Erongo Mountain Rhino Sanctuary Trust of Namibia
- Modell für den Tier- und Naturschutz im südlichen Afrika

Das ERONGO-Gebirge, mitten im Herzen Namibias, auf halber Strecke zwischen Windhoek und Swakopmund gelegen, ist eines der ältesten Vulkan-Krater-Gebirge der Welt. Es hat trotz der Anwesenheit des Menschen und der Nähe zur Kleinstadt Omaruru viel von seiner ursprünglichen Schönheit und unverfälschten Natur bewahrt. Undurchdringliches Buschland soweit das Auge reicht, unterbrochen von majestätischen Höhenzügen mit unzugänglichen Schluchten und gigantischen Gesteinsformationen ist auch heute noch die Heimat einer weitgehend intakten Tier- und Pflanzwelt. 

In dieser weitgehend unberührten Landschaft haben seit Urzeiten Wildarten wie Spitzmaulnashörner, Schwaznasen-Impalas, der große Kudu, Oryx, Hartmann´s Zebra und Klippspringer ihre Heimat, jagen Leopard, Tüpfelhyäne und Schabrackenhyäne, auch Braune Hyäne oder Strandwolf genannt, leben Springböcke und Warzenschweine sowie viele weitere Vertreter der afrikanischen Tierwelt genauso wie gelegentlich auch wieder Elefanten. 

Dass der Erongo schon seit Jahrtausenden Menschen eine Heimat bietet, legen die zahlreichen Felszeichnungen, die von Buschmännern schon weit vor unserer Zeitrechnung kunstvoll angefertigt wurden, nahe.


In Zusammenarbeit mit der Natur­schutz­behörde wurden anderorts in Namibia eingefangene Nashörner ausgewildert. 

Als zweite besonders schützenswerte Tierart wurde das seltene Schwarznasen-­­Impala ebenfalls wieder angesiedelt.

Falls dann noch Elefanten wieder dauerhaft im Schutzgebiet leben und sich auch die dort einst ansässigen Löwen als weitere Großraubwildart ansiedeln, wäre die Tierwelt weitgehend wieder hergestellt, wie sie die Buschleute von Tausenden von Jahren vorgefunden haben.

Natürlich ist es mit der reinen Wiederansiedlung der bedrohten Tierarten und der Schaffung eines ungezäunten Lebensraums nicht getan. 

Auch ein solches Schutzgebiet will betreut sein. Da ist der leider allgegenwärtige Kampf gegen die Wilderei, der in Absprache mit dem zuständigen Ministerium dazu geführt hat, an den zu der Stadt Omaruru gelegenen Grenzen des Gebiets Zäune zum Schutz gegen menschliche Übergriffe zu errichten, aber auch zur Sicherheit des Straßenverkehrs errichtet werden. Es müssen Wasserstellen angelegt und unterhalten, sowie zum Überwachen der Gebietes Wege durch den Busch geschlagen werden.

Dort wurde vor einigen Jahren durch die Initiative von engagierten Jägern, Naturfreunden und Landbesitzen ein einmaliges Schutzprojekt ins Leben gerufen, welches sich zum Ziel gesetzt hat, das bis 1974 ebenfalls hier natürlich vorkommende schwarze Nashorn sowie die autochthonen Schwarznasen-Impalas wieder anzusiedeln.

Zu diesem Zweck wurde der ERONGO MOUNTAIN RHINO SANCTUARY TRUST OF NAMIBIA gegründet. Ziel des Trusts ist es, den dort vorkommenden Tierarten ihren natürlichen Lebensraum zurückzugeben. Zu diesem Zweck haben sich die Mitglieder des  Trusts – zumeist Farmer, private Landbesitzer und Eigentümer von Gästefarmen – dazu verpflichtet, sämtliche Zäune um und auf ihren Farmen zu entfernen und auf jegliche Nutzviehhaltung zu verzichten. So sollen Habitat-Schutz und Habitat-Vernetzung kombiniert werden. Durch die Umsetzung dieser Verpflichtungen ist ein staalich anerkanntes privates Schutzgebiet mit einer Größe von mehr als 200.000 Hektar entstanden, das zur Namib-Wüste offen Wildtieren wieder deren natürlichen Wanderungen und deren ungestörte Entwicklung in diesen Habitaten ermöglicht.


Der ERONGO MOUNTAIN RHINO SANTUARY TRUST OF NAMIBIA ist eine Stiftung namibischen Rechts. Sie wurde am 03.Juli 2006 vor dem namibischen Notar Friedrich Cristian Brandt mit Amtssitz in Windhoek gegründet  und am 22.02.2007 durch den Master of the HIGH COURT beim Ministry of Justice in Windhoek, Namibia, unter der Registernummer T 235 / 06 registriert.

Ziele des EMRST

3.1
Eine wohltätige, mildtätige, gemeinnützige Treuhandgesellschaft zu sein, die gegründet wurde, um ein privates Naturschutzgebiet zu errichten, indem privates Land zusammengelegt wird, und so das Erongo Mountain Rhino Sanctuary of Namibia im Erongo Mountain Gebiet in Namibia bildet, um unter anderem die erforderliche Zustimmung des Ministeriums für Umwelt und Tourismus der Republik Namibia zu erlangen, die gefährdeten schwarzen Nashörner/Spitzmaul­­nas­hörner innerhalb des Erongo Mountain Rhino Sanctuary of Namibia zu beherbergen und dafür verantwortlich zu sein, dass alles unter die Verwaltung der Treuhandgesellschaft fallende Land zum Zweck des Naturschutzes, in Übereinstimmung mit den unten stehenden Zielen, vorbehaltlich jedoch der Rechte der Landeigentümer, verwaltet und kontrolliert wird;  

3.2
Die Proklamation als geschützter Bereich allen Landes, das unter die Verwaltung der Treuhandgesellschaft gestellt wird, zu fördern, zu ermutigen und durchgeführt zu haben, um das Gebiet der alleinigen Nutzung des Artenschutzes und dem langfristigen Naturschutz zu widmen;

3.3
Umfang und Ausmaß des geschützten Gebiets zu erweitern, wo immer dies vernünftig möglich und im nationalen Interesse ist und basierend darauf, dass es innerhalb des geschützten Gebiets keine Zäune gibt (außer für Teile, die eine Maximalgröße von 20 Hektar rund um vorhandene Gehöfte haben und auf Farmen liegen, die Teil des geschützten Gebiets sind); 

3.4
Den Erongo Mountain als einzigartigen “Inselberg-Lebensraum” innerhalb der Namibischen Randstufe (Escarpment) mit seinem Reichtum an heimischen und seltenen Tierarten zu schützen und solche Spezies wiedereinzuführen, die es historisch gesehen einmal in diesem Gebiet gab, um die Tierwelt in diesem Gebiet wieder zum vollen Spektrum der Arten, die für dieses Gebiet angemessen sind, hinzuführen; 

3.5
Natürliche und landschaftliche Gebiete von nationaler und internationaler Bedeutung, zum Wohle der Tierwelt, für geistige, wissenschaftliche, pädagogische, kulturelle, freizeit- oder touristische Zwecke zu beschützen; 

3.6
Repräsentative Beispiele physiografischer Regionen, biotischer Lebensgemeinschaften, genetischer Ressourcen und Arten, bestehend aus dem natürlichen Erbe Namibias, zu erhalten und, wenn nötig, in einen möglichst natürlichen Zustand wiederherzustellen, um die ökologische Stabilität und Vielfalt zu unterstützen;

3.7
Die Benutzung durch Besucher für inspirierende, pädagogische, kulturelle und Freizeit-Zwecke zu verwalten und zwar in einer Weise, die das Gebiet in einem natürlichen Zustand erhält, jedoch vorbehaltlich der Rechte der Eigentümer, wie in Anhang „A“ aufgeführt wird.   

3.8
Eine Nutzung oder Inanspruchnahme, die den Zwecken, für die das Land bestimmt wurde, abträglich sind, zu eliminieren und in der Folge zu verhindern;

3.9
Respekt für die ökologische Geomorphologie, heilige oder ästhetische Attribute, die die Bestimmung jedes geschützten Gebiets gewährleisten, aufrechtzuerhalten und zu fördern. 

3.10
Zum Wohlergehen der lokalen Bevölkerung im nationalen Interesse beizutragen und Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung zu schaffen sowie Deviseneinnahmen zu generieren, um zum Aufschwung der Menschen in der Region und Namibia im Allgemeinen beizutragen. 

3.11
Die Erongo Rhino Sanctuary unter der Anwendung der Prinzipien für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch Jagen oder andere Mittel nachhaltiger Nutzung zu verwalten und einen Überschuss der Tierwelt im besten Interesse der Arten dieses Lebensraums zu nutzen, wobei die jeweils bestmöglichen Strategien anzuwenden sind, ohne die Ethik der Jagd oder des Naturschutzes zu verletzen oder zu beeinträchtigen. Zu Ethik der Jagd gehören auch die Kriterien der Arbeitsgruppe afrikanischer Jäger und Berufsjäger für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch Jagen, die diese im ERONGO-Verzeichnis veröffentlichen. Der Erongo Mountain Rhino Sanctuary Trust of Namibia fördert daher die Arbeit dieser Arbeitsgruppe afrikanischer Jäger und Berufsjäger, auch bei der Weiterentwicklung der Kriterien für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch Jagen. Er unterstützt daher auch das ERONGO-Verzeichnis, zugleich auch als sein offizielles Mitteilungsorgan;

3.12
Innerhalb der Parameter eines strengen ethisch disziplinierten Verhaltenskodex und strenger solider Erhaltensgrundsätze nach einem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen ökonomischer und ökologischer Rentabilität der geschützten Gebiete zu streben;

3.13
Gefährdete Arten zu erhalten und zu vermehren, und zwar hin zu einer solchen Anzahl, dass sie in andere ausreichend geschützte Lebensbereiche umgesiedelt werden können; 

3.14
Gemäß ihren Anforderungen und Prioritätsstufen die Lebensräume angemessen zu verwalten, so dass solch bedrohte und gefährdete Arten beherbergt werden können;  

3.15
Soweit praktikabel und sinnvoll, nicht-heimisches/gebietsfremdes Tier- und Pflanzenleben innerhalb aller von der Treuhandgesellschaft verwalteten geschützten Gebiete systematisch zu entfernen, mit dem Verständnis, dass Landeigentümer nicht gezwungen werden können, nicht-heimische Tiere und Pflanzen, die in den von der Treuhandgesellschaft verwalteten und geschützten Gebiete bereits zum Zeitpunkt der Gründung dieser Treuhandgesellschaft existieren, zu entfernen;

3.16
Die Entstehung eines optimal ausgelasteten und kosteneffektiven, funktionstüchtigen Naturschutzbetriebs, der frei von Korruption und Missbrauch ist, der mit Disziplin verwaltet wird,  anzustreben und zu verfolgen und alle unter der Treuhandgesellschaft verwalteten Gebiete für Besuche zu sichern;

3.17
Das Konzept des Respekts und der Unantastbarkeit aller Wildtiere zu fördern und zu achten, vornehmlich annehmbarer Grundsätze, die auf dem Schutz natürlicher Lebensräume und nachhaltiger ethischer Nutzung basieren;

3.18
Geschützte Gebiete so zu betreiben, dass den Menschen die Wunder der Natur nahegebracht werden und mit allen erdenklichen Mitteln die kontinuierliche Sicherheit gegenüber dem Missbrauch wilder Tiere zu verbessern; 

3.19
Grundsätzlich alles zu tun, die ethischen Lehren des Naturschutzes zu verbessern;

3.20
Ohne mit dem oben stehenden in Widerspruch zu geraten, sind die einzelnen Landeigentümer in ihrer Funktion als Privatperson berechtigt, ihre Rechte wie in der Anlage “A“ aufgeführt auszuüben und Einrichtungen für Touristen zu entwickeln, um einen hochqualitativen Umgang mit der Natur zur Freude aller Menschen weltweit, insbesondere der Menschen von Namibia, bieten zu können; 

3.21
Alle von der Treuhandgesellschaft verwalteten Gebiete als Vorzeigeobjekt und Maßstab zu formen, der zur Verteidigung des Naturerbes nach den Prinzipien des nachhaltigen Naturschutzes in nationalen und internationalen Gebieten aufrechterhalten werden kann;

3.22
Den Erfolg des Naturschutzes in der südafrikanischen Region grundsätzlich zu fördern und zu ermutigen und andere Bemühungen zur Erhaltung dort zu unterstützen, wo es angemessen und sinnvoll erscheint, sich mit ihnen dort zu einer gemeinsamen Naturschutzfront zusammenzutun, wo es nötig ist, um sichere Naturschutzziele im nationalen und internationalen Interesse zu erreichen; 

3.23
Weltweit Anerkennung der sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Werte des Naturschutzes zu fördern und zu zeigen, dass Naturschutz als eine Form der Landnutzung in den meisten Fällen mindestens positiv mit alternativer Landnutzung in sozialer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Hinsicht konkurrieren kann;

 

 


Der ERONGO MOUNTAIN RHINO SANCTURARY TRUST OF NAMIBIA  ist zugleich auch der ideelle Träger der ERONGO Verzeichnis für afrikanische Jagdwild. 

Mit diesem Namen wird sowohl die Arbeitsgruppe erfahrener afrikanischer Berufsjäger, als auch die von ihnen herausgegebene Zeitschrift bezeichnet, die zugleich auch das offizielle Mitteilungsorgan des EMRST ist.

Zur Ethik der Jagd gehören auch die Kriterien der Arbeitsgruppe erfahrener  afrikanischer Jäger und Berufsjäger für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch Jagd, die diese im ERONGO Verzeichnis für afrikanisches Jagdwild veröffentlichen. Der EMRST fördert diese Arbeitsgruppe bei der Weiterentwicklung dieser Kriterien. Er unterstützt dazu auch die Veröffentlichungen des ERONGO-Verzeichnis, zugleich auch als sein offizielles Mitteilungsorgan.